{"id":62,"date":"2018-02-19T12:02:41","date_gmt":"2018-02-19T11:02:41","guid":{"rendered":"http:\/\/test.musiksyndikat.de\/syndikat\/?p=62"},"modified":"2018-02-19T12:02:41","modified_gmt":"2018-02-19T11:02:41","slug":"bericht-ueber-die-podiumsdiskussion","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/test.musiksyndikat.de\/syndikat\/2018\/02\/19\/bericht-ueber-die-podiumsdiskussion\/","title":{"rendered":"Bericht \u00fcber die Podiumsdiskussion"},"content":{"rendered":"<p>Am Sonntag, 4.2.2018 hatte das Musik Syndikat zu einer Podiumsdiskussion in den Gasthof \u201eZur Quelle\u201c geladen. Podiumsteilnehmer waren Jochen Schrumpf (Musiker und Leiter der Glen Buschmann Jazzakademie), Ralf Franke (Musiker und Booker, Musikfactory Dortmund), Didi Stahlschmidt (F\u00f6rderprogramm Dotmund.Macht.Lauter) und Oliver Buschmann (Gastronom und Veranstalter, Eventschiff \u201eHerr Walter\u201c).<\/p>\n<p>Aus allen diesen Perspektiven wollte man sich der Frage n\u00e4hern, ob Live-Musik in der heutigen Zeit noch einen Wert besitzt. Den gleichen Wert wie beispielsweise vor 20 Jahren. Passend zu dieser Fragestellung waren zahlreiche Musiker der Generation \u201e40 plus\u201c erschienen. Aber auch etliche junge Menschen, die erst noch vor der Entscheidung stehen, ein Leben als Musiker anzugehen \u2013 oder eben nicht.<\/p>\n<p>Ziemlich schnell taten sich elementare Fragen auf, die zu kl\u00e4ren waren und schnell auch im Plenum diskutiert wurden: Spielen \u201eauf Hut\u201c? Auf der Stra\u00dfe normal &#8211; aber im Club oder in der Kneipe verwerflich? Kleine und sehr kleine Veranstalter hielten dagegen: es sei f\u00fcr die Musiker meist sehr viel profitabler als Eintritt zu nehmen, den sich auch nicht Jede\/r leisten k\u00f6nne. Unabh\u00e4ngig von der Gr\u00f6\u00dfe der Location bringt jede Live-Veranstaltung auch einiges an nicht unerheblichen Nebenkosten (GEMA, KSK, Vergn\u00fcgungssteuer) mit sich &#8211; d\u00fcrfen diese Kosten und das damit verbundene Risiko vom Veranstalter auf die K\u00fcnstler \u201eabgew\u00e4lzt\u201c werden? Aus Sicht der Musiker nat\u00fcrlich h\u00f6chst unethisch. Aber ist es denn nicht besser, f\u00fcr wenig Geld zu spielen als \u00fcberhaupt nicht? Auch diese Haltung wurde durchaus vertreten. Und wer gilt \u00fcberhaupt als \u201eMusiker\u201c? Alle diejenigen, die davon leben m\u00fcssen, doch in jedem Fall. Und wer den Beruf von der Pike auf erlernt hat. Aber ein Diplom der Musikhochschule k\u00f6nnten sicherlich die wenigsten der Anwesenden vorzeigen, obwohl viele renomierte und erfolgreiche Dortmunder K\u00fcnstler im Publikum sa\u00dfen. Ist die Honorarfrage demnach eine Qualit\u00e4tsfrage: viel Geld f\u00fcr \u201egute Musik\u201c, wenig f\u00fcr schlechte? Wer soll das definieren? Und wie ist es mit Sch\u00fclerbands? Sollten f\u00fcr sie die gleichen Forderungen gelten wie f\u00fcr die Profis? Dann h\u00e4tten Jugendliche und\/oder Studierende vermutlich bald kein Podium mehr, sich zu entwickeln und auszuprobieren. Andererseits wirkt sich die Konkurrenz durch ambitionierte Nachwuchsmusiker, die \u201eerst noch bekannt werden m\u00fcssen\u201c negativ auf die Gagen aus &#8211; auch f\u00fcr diejenigen, die davon ihren Lebensunterhalt bestreiten. Und auch an der Frage, ob f\u00fcr Veranstaltungen auf dem freien Markt andere Regeln gelten m\u00fcssen als f\u00fcr st\u00e4dtisch subventionierte Events, wie z.B. Dort.Bunt, schieden sich die Geister \u2013 und es wurde deutlich, dass auch unter den Musikern selber durchaus Ressentiments untereinander bestehen. Freiberufler, Nebenberufler, mit staatlicher Ausbildung oder nicht, \u00fcberwiegend p\u00e4dagogisch T\u00e4tige mit ordentlichem Arbeitsvertrag im \u00f6ffentlichen Dienst oder in prek\u00e4ren Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen, dazwischen einige engagierte Veranstalter auf der Suche nach neuen Kontakten, trafen in der au\u00dferordentlich lebhaften Diskussion aufeinander und brachten die Moderatoren Martin und Rainer Buschmann mitunter ganz sch\u00f6n ins Schwitzen.<\/p>\n<p>Am Ende war jedoch allen klar: es muss eine gemeinsame Linie geben, um in Zeiten von digitaler Allround-Verf\u00fcgbarkeit von Musik und ver\u00e4ndertem Ausgehverhalten eine lebendige Livemusikszene zwar aufrecht zu erhalten \u2013 aber nicht um jeden Preis!<\/p>\n<p>Als erste Konsequenz aus dieser Bestandsaufnahme plant das Syndikat einen Kriterienkatalog f\u00fcr die Bewertung von fairen Veranstaltern\/Veranstaltungsorten.<\/p>\n<p>Mehr dazu demn\u00e4chst auf dieser Homepage.<\/p>\n<p align=\"RIGHT\"><a name=\"_GoBack\"><\/a>Bericht: Heike Trimpert<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Sonntag, 4.2.2018 hatte das Musik Syndikat zu einer Podiumsdiskussion in den Gasthof \u201eZur Quelle\u201c geladen. 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